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Antrag: Erhalt der Rottach-Siedlung als „Geschützte Siedlung“

Antrag: 
Erhalt der Rottach-Siedlung als „Geschützte Siedlung“

 

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Kiechle, lieber Thomas

in den letzten Monaten wurde viel über die Rottach-Siedlung gesprochen und Planungen für eine Neuaufstellung der Siedlung und Bebauung besprochen und angedacht. Das städtische Unternehmen „Sozialbau“ hat hier Wohnungskomplexe übernommen.

Eine gleiche Überlegung stand auch bei den Siedlungen der Ostbahnhofstraße an, wäre die Übernahme von der BIMA erfolgreich verlaufen. Dass es hier nicht zu einer Neuaufstellung kommt, liegt daran, dass die Übernahme nicht zustande kam. 

Als Argumente der Neuaufstellung der Wohngebiete wird vielmals darauf verwiesen, dass die Bausubstanz abgewohnt, nicht mehr zeitgemäß, bzw. verschlissen wäre. 

 

Bei einer eigenen Begehung und Besichtigung von Wohnungen bei Bewohnern mussten wir jedoch feststellen, dass dies nicht wirklich der Fall ist. Vielmehr ist die Bewertung aufgrund falscher Einschätzungen der damaligen Voraussetzungen entstanden. 

Die Wohnungen wurden in der Nachkriegszeit errichtet mit dem Ziel, einfachen und kostengünstigen Wohnraum für die Bürger bereit zu stellen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Hauptstruktur solide ausgeführt wurde. Dies beinhaltete die Treppenhäuser, die eigentliche Baustruktur und das Dach; auch die Fundamentierung der Gebäude ist, für die damalige Bauzeit, ordentlich ausgestaltet 

Die bauliche Ausgestaltung der eigentlichen Wohnung wurde den zukünftigen Bewohnern selbst überlassen. Entsprechend hat jeder Bewohner sein Wohnumfeld selbst gestaltet und aufgebaut. Teilweise wurden sogar Zwischenwände nach belieben versetzt. 

Dass diese eigenständige Ausgestaltung mit dem heutigen Anspruch nicht viel gemein hat, ist verständlich. Auch die kurzfristig von uns in Augenschein genommenen Wohnungen und die teilweise durch genossenschaftliche Handwerker eingerichteten Wohnungen sahen hier nicht viel besser aus.

Dass auch die Wohnungsstruktur eines Wohnblocks verändert werden konnte, zeigt, dass so manche Wohnung sogar zwei Eingangstüren hat, da diese im hinteren Teil einen Durchgang eingebaut bekommen haben. Die Vielfalt von Wohnen in Eigenverantwortung der Bewohner zeigt hier seine größte Vielfalt und Flexibilität, um den Lebensumständen der Menschen, (Jugend, Familie und Alter), gerecht zu werden. Dass die Barrierefreiheit – heute ein wichtiges Merkmal – in der damaligen Bauausführung nicht umgesetzt wurde, ist der Tatsache geschuldet, dass man damals nachbarschaftliche Hilfe noch anders gelebt hat Menschen mit Behinderung wurde selbstverständlich geholfen, um auch für diese das Wohnumfeld so gut wie möglich nutzbar zu erhalten.

 

Dass man ein solch gewachsenes Quartierumfeld mit seinen Wohnprinzipien und Freiheiten nun niederreißen möchte, um im günstigsten Falle die Wohnquantität zu verdoppeln, erscheint nicht schlüssig und der Historie des Umfelds und der Bausubstanz nicht gerecht zu werden. Gerade diese grüne Oase im Zentrum der Stadt Kempten sollte erhalten werden, lockert es doch das Wohnumfeld für alle, auch für die Besucher der Stadt Kempten, auf. 

 

Daher stellen wir den Antrag, zu prüfen, inwiefern die Rottach-Siedlung im Rahmen eines „geschützten historischen Wohnumfelds, Quartiers“, „Milieu“ bzw. „Ensembleschutzes“ geschützt werden kann, da die Besonderheit des Wohnumfelds und Ensembles historisch, bautechnisch, und von der Nutzungsphilosophie her für Kempten einzigartig ist. Zudem sind die künstlerischen Aspekte der Weiss´schen Wandmalereien hervorzuheben.

Gleichzeitig kann durch den Erhalt der Rottach-Siedlung günstiger sozialer Wohnraum erhalten werden.

Wir verbleiben mit freundlichen Grüßen,

Franz Josef Natterer-Babych und Michael Hofer

 

 

https://www.allgaeuer-zeitung.de/kempten/30-neue-wohnungen-baut-die-sozialbau-in-der-rottachstrasse-in-kempten-110652480

https://www.merkur.de/bayern/schwaben/kempten-westallgaeu-kreisbote/heimatverein-kempten-diskutiert-ueber-friedhoefe-und-rottach-siedlung-93744305.html

https://www.kreisbote.de/lokales/kempten/kempten-wie-geht-es-weiter-mit-der-rottachsiedlung-93744744.html