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Antrag: Einbindung der Stadtmarketing GmbH in die Organisationsunterstützung für Vereinsaktivitäten (Organisation, Logistik, Sicherheit, etc) um Großveranstaltungen durch Vereine zu ermöglichen und zu erhalten.

Antrag: 
Einbindung der Stadtmarketing GmbH in die Organisationsunterstützung für Vereinsaktivitäten (Organisation, Logistik, Sicherheit, etc) um Großveranstaltungen durch Vereine zu ermöglichen und zu erhalten.

 

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Kiechle,

mit einer Überraschung hat es uns erwischt, dass der Große Faschingsumzug durch Kempten abgesagt wurde. Die Begründung liegt in den erhöhten Sicherheitsmaßnahmen, die von der Verwaltung und Politik gefordert werden. 

Die Umsetzung der neuen Sicherheitsvorgaben hat den ausrichtenden Verein personell, finanziell und administrativ überfordert. Denn eine solche intensive Maßnahme kurz vor Durchführung der Veranstaltung wirft alle finanziellen, administrativen und personellen Planungen über den Haufen. Dass die Verwaltung sich hier engagiert und die Poller bestmöglich bereitstellt, ggf. noch einen anderen Routenvorschlag machte, mag vielleicht noch als Entschuldigung dienen, dass man aus Verwaltungssicht alles Mögliche getan hätte. Jedoch stimmt diese Aussage wiederum nicht, betrachtet man die Gesamtsituation als solches. 

Beispielsweise kann der Faschingsumzug in Dietmannsried betrachtet werden. Die Planungen hatten wohl keine 20000 Besucher erwartet – jedoch kamen diese Menschenmassen (doppelt so viele als Dietmannsried Einwohner hat). Auch das war eine Meisterleistung der Organisation von Helfer, Verwaltung, Polizei und Feuerwehr und veranstaltenden Faschingsverein und Weiterer. 

Für die Stadt Kempten stellt sich hier jedoch ein wesentlich höherer Aufwand dar, der nicht einfach durch zwei Hundertschaften mehr zu stemmen war und ist. Ein Verein wie die Faschingsgilde Rottach 97 e.V. hat beileibe nicht die Organisation und die Manpower einfach mal so ein Konzept zu in dem Ausmaß zu ändern und zu organisieren. Die Forderung, es sollten sich mehr Menschen für den Fasching einsetzen, dann würde es klappen, greift zu kurz. Kempten ist nun mal eine Allgäumetropole, deren Größe für Veranstaltungen dieser Art eben nicht mehr von gewöhnlichen Vereinen zu stemmen ist. Selbst hauptberufliche brauchen hierfür mehr als nur eine Woche. Ein ehrenamtlich, in der Freizeit der betreffenden Verantwortlichen geführter Verein kann das leider nicht mehr mit vertretbarem Aufwand stemmen.

 

Bei der Gründung der Stadtmarketing GmbH war es auch immer ein Anliegen solchen Veranstaltungen eine administrative und logistische Unterstützung zu geben. Denn gerade diese Veranstaltungen wie der Faschingsumzug durch Kempten gehören eindeutig zu den touristischen Elementen die Stadt und Stadtgesellschaft zusammenbringt und das Vereinsleben mehr als nur ein wenig unterstützt.

Dass in der gesamten Diskussion um den Faschingsumzug 2025 kein einziges Mal die Stadtmarketing GmbH auftaucht, darf nicht mehr passieren. Denn sie sollte die Möglichkeiten haben und stemmen können, sollten solche Änderungen in der Sicherheitsarchitektur kommen, wie in diesem Fall.

 

Daher stellen wir den Antrag, 

dass zukünftig die Stadtmarketing GmbH bei der Vermittlung und Organisation unterstützend mitwirkt, um Großveranstaltungen durch Vereine zu ermöglichen und zu erhalten. Die Aktivierung und Organisation der noch fehlenden Logistik sollte hier bewusst mit in das Aufgabenfeld aufgenommen werden, hat die Stadtmarketing GmbH ja auch die eigenen Erfahrungen mit Großveranstaltungen in der Stadt.

 

Hintergrund des Antrags ist auch, dass nun alle Soziale Kanäle und Medien die Stadt Kempten als Erstes aufführen, wenn es darum geht, angeblichen Terror durch Flüchtlinge als Hauptursache der Absage zu benennen. Viele andere Städte und Dörfer sind jedoch in der Lage eine Faschingsumzug mit erhöhten Sicherheitsstandards und größerer Ausführung durchzuführen.

 

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Franz Josef Natterer-Babych